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Kampfkunst für den Frieden

erstellt von Daniel Germer zuletzt verändert: 05.02.2012 13:35

Wie kann man für den Frieden kämpfen? Mit einer ganzheitlichen Kampfkunst! Dies umfasst nicht nur den Kampf, sondern insbesondere die Lebenseinstellung.

Kampfkunst fördert Bewusstsein

Durch ein Training der Fähigkeiten und der Selbstbeobachtung können wir alle zu ausgeglicheneren Menschen werden. Dies bedeutet, dass wir friedlicher sind. Da Ausgeglichenheit der Frieden mit uns selbst ist. Dass dies gleichzeitig ein Aspekt der Gesundheit ist, wird deutlich, wenn man die Kampfkunst genauer betrachtet.

Die Präambel des Großmeisters von der indonesischen Kunst Persatuan Gerak Badan - Silat Bangau Putih, welche im Einklang ist mit anderweitigen Erklärungen von Großmeistern wie zum Beispiel des koreanischen Shinson Hap Ki Do,  des japanischen Aikido, oder des chinesischen Tai Chi Chuan.

Diese Präambel welche nur in einer englischen autorisierten Übersetzung vorliegt, kann allerdings grob folgendermaßen ins Deutsche übertragen werden:

Bewusstsein von Wissenschaft

Wissenschaft entsteht wegen die Existenz von Phänomenen in der Natur und der Erkenntnis der Menschheit. Deshalb ist die Erkenntnis von Wissenschaft nur komplett, wenn sie mit der Realität der Natur wiedervereinigt wird. Dies ist die Rückkehr der Wissenschaft zur Natur.

KESADARAN AKAN KEILMUAN - Ilmu terjadi karena ada kenyataan di alam dan kesadaran manusia. Oleh karena itu kesadaran akan ilmu hanya sempurna apabila bisa dipulangkan kepada kenyataan alam.

Verantwortung

Weil wir nicht alleine leben, sind wir Teilhaber in Gesellschaft und Kultur; zwischen uns und der Natur liegen immer Gesellschaft und Kultur. Eben aus diesem Grund muss die Rückkehr der Wissenschaft zur Natur durch Gesellschaft und Kultur geschehen. Dies ist der wahre Weg von Menschlichkeit.

KEWAJIBAN - Karena kita tidak hidup sendiri, kita terlibat dengan masyarakat dan kebudayaan, antara kita dan alam selalu ada masyarakat dan kebudayaan. Maka dari itu memulangkan ilmu kepada alam harus melewati masyarakat dan kebudayaan. Inilah kewajaran kemanusiaan.

Menschlichkeit

Es ist unmöglich für eine gute  Wissenschaft, die Gesellschaft zu zerstören und gegen die Kultur zu sein, weil es in einer solchen Situation unmöglich wäre, die Wissenschaft zur Natur zurückzubringen. Deshalb muss eine gute Wissenschaft die Gesellschaft und Kultur beschützen.

KEMANUSIAAN - Tidak mungkin ilmu yang baik menghancurkan masyarakat dan anti kebudayaan. Karena hal itu tidak memungkinkan ilmu untuk pulang kepada alam. Jadi oleh karenannya ilmu yang baik harus membela kebudayaan dan kemanusiaan.

Mitgefühl

Außerdem muss gute Wissenschaft die Energie von guten Beziehungen zwischen Menschen stärken. Diese Energie ist das Mitgefühl. Ohne Mitgefühl sind menschliche Beziehungen trocken und unterdrückend. Mitgefühl bringt Menschen näher zur Natur weil das Mitgefühl die Essenz der Lebenskraft, die Essenz von Wachstum, und die Essenz von Heilung. Ohne Mitgefühl werden wir unfähig sein Wissenschaft zur Natur zurückzubringen.

CINTA KASIH - Juga ilmu yang baik harus memperkuat tenaga hubungan baik antara manusia. Adapun tenaga itu adalah cinta kasih. Tanpa cinta kasih hubungan antara manusia adalah hubungan yang penuh pamrih, kering dan tindas menindas. Cinta kasih mendekatkan manusia kepada alam, karena cinta kasih adalah inti kekuatan daya hidup, inti kekuatan daya pertumbuhan, dan inti kekuatan daya penyembuhan. Tanpa cinta kasih kita tidak akan bisa memulangkan ilmu kepada alam.

Rückkehr

Wir von Persatuan Gerak Badan Silat, werden unsere Wissenschaft durch Willen und Tat zur Natur zurückbringen, die Menschheit verteidigen, Kultur verteidigen und die Flamme des Mitgefühls bewahren.

KEMBALI - Kami, Perguruan Persilatan Persatuan Gerak Badan memulangkan ilmu kami kepada alam melewati tekad dan perbuatan untuk membela kemanusiaan, membela kebudayaan dan membina api cinta kasih.

Original unter http://pgb.org/mukadimah-de

Kampfkunst fördert Verantwortung

Wer Waffen wirklich richtig einschätzen kann muss Verantwortung übernehmen, Verantwortung kann man allerdings auch nur übernehmen wenn man die Wirkung seiner Handlung steuern kann, und auch die Nebenwirkungen einschätzen kann. Kein guter Arzt würde es verantworten ein Medikament zu verschreiben, dessen Wirkungen er nicht kennt, wenigstens durch verlässliche wissenschaftliche Berichte, oder Erfahrungen. Ein Arzt sollte wenigstens ungefähr wissen was das Medikament mit dem Patienten macht, was die Auswirkungen sind die er plant und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind, bzw. wahrscheinlich sind. Genauso muss er wissen, wie im Falle einer schweren Nebenwirkung zu verfahren ist, welches Gegenmittel er anwenden kann, oder wie er das Leid verhindern kann, was er selbst

verursacht hat.

 

Ein Kampfkünstler muss genau das auch tun, er muss genau wissen was er dem anderen antut, und auch wie er es wieder beheben kann. Die großen Kampfkünstler waren und sind immer auch Heiler, oder Ärzte gewesen. So konnte ein Kampf sehr wohl zum Tod führen, es war aber auch immer noch eine Möglichkeit zur Umkehr gegeben. Das Prinzip der wahren Kampfkunst ist das Vermeiden von Kampf.

Wenn eine schwierige Situation entsteht: Entwaffne den Gegner! Entschärfe die Situation psychisch!

Wenn du angegriffen wirst: Lauf weg!

Wenn du nicht weglaufen kannst: Entwaffne den Gegner!  Schütze deinen Körper und weiche aus! Kündige an, dass du nicht kämpfen willst!

Wenn du nicht ausweichen kannst: Entwaffne den Gegner! Wehre die Angriffe mehrmals ab und warne, dass du kämpfen musst, wenn der andere nicht aufhört.

Wenn der Angriff weiterhin besteht: Entwaffne den Gegner! Füge dem Gegner, ohne ihn zu verletzen Schmerzen zu, damit er aufhört.

Wenn der Angriff besteht: Entwaffne den Gegner! Verletze ihn notfalls.

Wenn der Angriff weiterhin besteht: Entwaffne den Gegner! Wenn keine andere Möglichkeit besteht, ist die Tötung die letzte Möglichkeit. Dies ist zu vermeiden.

 

Jeder Kampfkünstler der in eine Schlägerei gerät wird sich verantworten müssen, im Zweifelsfall ist er der Schuldige, da er mit seinen Fähigkeiten umzugehen weiß und dementsprechend seine Handlung gewertet wird. Einige der größten Kampfkünstler sind noch nicht in Kämpfen gewesen.

 

Im Gegensatz dazu stehen heutige Praktiken des Kämpfens, bei denen in weiter Entfernung Bomben abgeworfen werden und der Befehlshaber, aber auch selbst der Ausführende nicht einmal einen Bruchteil des Leides, oder der Auswirkung erfahren können, ganz zu schweigen von Wiedergutmachung oder Kontrolle. Jeder Kriegseinsatz ist daher heutzutage auch an eine Verantwortungslosigkeit gebunden. Dies lässt sich immer wieder beobachten, sowohl bei illegalen terroristischen, als auch bei "legalen" offiziellen Kriegseinsätzen. Immer wird letztendlich verantwortungslos gehandelt, immer sterben Menschen die mit dem Geschehen nichts zu tun haben und immer wieder können Schäden nicht rückgängig gemacht werden.

 

Kampfkunst fördert gute Beziehungen

Wie auch in den obigen Worten von Großmeister Suhu Subur Rahardja aus Indonesien ist es wichtig zu sehen, dass Kampfkunst die Menschen verbindet. Obwohl man während dem Training oft alleine dasteht beziehungsweise sich alleine bewegt oder alleine sitzt (im Gegensatz zum Fussball wo man in einer Mannschaft spielt).

Trotzdem findet man in den wahren Kampfkünsten immer eine besonders starke Gemeinschaft der Praktizierenden. Im Gegenzug dazu führt gerade zum Beispiel Fussball zu sehr viel Gewalt, sowohl auf dem Spielfeld, als auch außerhalb des Spielfelds. Mitglieder einer Mannschaft feinden sich an und versuchen sich gegenseitig auszuspielen, es geht um Macht, Egomanen und viel Geld.

Traditionelle Kampfkunstschulen sind in der Regel eher kleine Familienunternehmen oder im Rahmen einer sehr persönlichen Beziehung weitergegebene Organisationen. So ist es typisch, dass ein Schüler seinen Meister sogar teilweise über den eigenen Eltern einstuft, was den Respekt angeht. Dies lässt sich zum Beispiel von oben bei einer Fussballmannschaft nicht so oft beobachten.

Kampfkunst fördert Mitgefühl

Gerade wegen der persönlichen Auseinandersetzung mit sich selbst kann diese Art von Verhalten entstehen. Es entstehen Mitgefühl und Verständnis.

So kann man zum Beispiel beobachten, dass nach mehrmaliger Konfrontation eines Kampfkünstlers mit der Aufgabe eine Vorwärtsrolle auf Steinboden zu absolvieren, Schmerzen entstehen. Der Körper lernt dann nach und nach diese Schmerzen zu vermeiden, entweder durch Anpassung der Körperhaltung und -bewegung, oder durch Vermeiden. Das Vermeiden wird allerdings unmöglich, da ja gerade die Aufgabe ist, und der Kampfkünstler muss mit der Aufgabe und den Schmerzen umgehen.

Dadurch entsteht Verständnis für den Schmerz und man lernt Schmerz kennen. Dies ist aber eine zwingende Voraussetzung für Mitgefühl. Da nicht nur ein Weg gefunden wird, den Schmerz durch Anpassung des Körpers zu vermeiden, sondern auch die psychische Verarbeitung der Schmerzen wird geübt und kann dann auch weitergegeben werden. Um zum Beispiel eines Profifussballers zu kommen. Er wird Schmerzen vermeiden wollen, und dies wird auch gefördert, die Begegnung mit Schmerzen wird tunlichst vermieden. So entdeckt man unter den Fußballern, dass Fouls und Gewalt ohne mit den Augen zu zucken eingesetzt werden um ein Spiel zu gewinnen.

Kampfkunst fördert den Frieden

Dies sollte am eigenen Leib erfahren werden, deshalb ist dieser Text hier auch zuende, um den Rest zu erfahren muss man Kampfkunst wirklich auch praktizieren.